Auf Trekkingtouren in Europa, in den Bergen Schottlands, Skandinaviens und Südeuropa, auf den vielen Straßen und Feldwegen in Deutschland testen wir für Euch beim Trekking, Klettern, Bergsteigen, Radfahren und Wandern die Ausrüstung und Bekleidung für Eure Outdooraktivitäten.
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Falk LUX 22 – Einsteiger-Outdoor-Navigationsgerät von Falk im Test

Die Redaktion hat ein Outdoor-GPS Gerät auf Touren im Winter und Frühjahr von Falk getestet, natürlich ein Modell zum universellen Einsatz draußen in der Natur. Dem Falk Lux 22 haben wir beim Wandern, Radfahren und Geocaching mal einiges abverlangt und stellen Euch nun mal in Form eines Testbericht dar, wie sich das Navigationsgerät auf Tour geschlagen hat.

Falk LUX 22 im Praxistest

Falk LUX 22 im Praxistest

Es gibt viele GPS-Geräte, Modelle für den kleinen Geldbeutel und natürlich auch welche für den großen Geldbeutel. Das Lux in der Bezeichnung „22“ ist eher das Modell für den kleinen Geldbeutel, bei dem man Abstriche machen muss, diese sich jedoch in einem Rahmen bewegen, wo GPS-Neulinge auch erst einmal nicht den großen Wert legen würden. Anders als z.B. bei den Einsteiger-Geräten von Garmin beginnt hier das Sortiment der Geräte in der Basisversion mit einer farbigen Kartendarstellung. Das Einsteigergerät hat sogar bereits eine vorinstallierte Basiskarte Plus, die Modelle LUX 30, 32 und 40 wiederum eine Premiumkarte.

Karte

Links: Premiumkarte beim Falk IBEX 30 Rechts: Basiskarte Plus beim Falk Lux 22

Links: Premiumkarte beim Falk IBEX 30 Rechts: Basiskarte Plus beim Falk Lux 22

Wer zuvor schon mal die Premiumkarte in einem IBEX besessen hat, wird diese nun beim LUX 22 vermissen. Sie ist für die ersten Schritte mit einem Outdoor-Navigationsgerät vollkommen ausreichend, bietet jedoch nicht diese kontrastreiche Farbtiefe, Kartendetails und wohl auch die POIs. Letztere sind jedoch auch in der Basiskarte ausreichend vorhanden. Die Schutzhütten und Unterstände werden auch hier wieder angezeigt, lediglich die Kartendetails wie Laub-, Mischwald, Lichtung oder dergleichen kommt bei der Basiskarte dann doch etwas zu kurz.

Kartenausschnitt bei der Basiskarte Plus

Kartenausschnitt bei der Basiskarte Plus

Das Falk LUX 22 kann beim Radfahren überzeugen, deutlich schöner ist es jedoch beim Wandern oder Bergsteigen, wo man das Gerät überwiegend in der Hand hält. Mehr überzeugen beim Radfahren kann jedoch das IBEX 30 durch sein größeres Display. Das LUX punkten dann wiederum eher durch seine Handlichkeit.

Bedienbarkeit

Einfach handlich, das Falk LUX 22

Einfach handlich, das Falk LUX 22

Die seitlichen Tasten öffnen einmal das Menü, um die Helligkeit und den Ton einzustellen bzw. der untere Knopf startet oder pausiert die Trackaufzeichnung.

Beispiel für das Menü vom Falk LUX 22

Beispiel für das Menü vom Falk LUX 22

Auf dem Display seht Ihr sicherlich in den Bildern im unteren Bereich Symbole. Auch hier hat man direkten Zugriff auf das Live-Höhenprofil, den Kompass oder eben auf das eigentliche Menü. Bewerten würden wir die Bedienbarket als außerordentlich gut, denn so als kleines Beispiel kann man die Menüpunkte selbst anordnen und somit Regie führen, welche Punkte einem wichtig und welche unwichtig erscheinen. Das Blättern durch die Menüseiten entfällt dann wiederum. Auch gut, zugleich aber auch ein Detail, was vielleicht auch unnötig die Anzahl der Menüpunkte nach oben treibt, das Drücken der Symbole schaltet jeweils die Funktion ein bzw. aus. Eine Liste mit Auswahlkästchen würde die Anzahl der Menüseiten verkleinern, andererseits sieht man anhand der Bilder als Anfänger genau, was die jeweilige Auswahl bewirkt.

Energieversorgung

Zwei eneloop Akkus - Typ AA, darunter der Slot für eine optionale MicroSD und der verdeckte USB-Anschluss

Zwei eneloop Akkus – Typ AA, darunter der Slot für eine optionale MicroSD und der verdeckte USB-Anschluss

Beim Punkt Energieversorgung muss man ja immer abwägen, wo verwendet man das GPSGerät, kann ich es unterwegs aufladen, brauch ich Akkus oder Batterien, usw. Das Lux ist eher das Gerät für Wanderungen, mit Blick auf das Kartenangebot an Premiumkarten so lassen sich bereits Trekkingtouren auf Mallorca, Bergtouren in den Alpen usw. durchführen, was man hier in der Regel nicht immer zur Verfügung hat, wäre eine Steckdose. Insofern ist der Blick ins Batteriefach erfreulich, denn hier passen zwei normale AA-Batterien bzw. Akkus hinein. Unter Umständen und natürlich abhängig von der jeweiligen Ausrüstung, hat man nun mit Stirnlampe, Fotokamera und nun GPS-Gerät, alles Geräte mit auf Tour, die eine gemeinsame Batteriesorte benötigen. Ein spezielles Akkuladegerät muss man so gar nicht erst mitnehmen.

Energie im Blick und zugleich auch das Auswahlmenü für die Batteriesorte

Energie im Blick und zugleich auch das Auswahlmenü für die Batteriesorte

Vorinstallierte Daten

Das Gerät bietet für den ersten Einstieg ein paar vorinstallierter Daten. In erster Linie beschränkt sich dies jedoch beim Lux 22 in der Anzahl der POIs. Hatte das IBEX bereits vorinstallierte Routen oder Radwege spendiert bekommen, gilt hier nun bei diesem Modell die Eigeninitiative. Dank gpsies und auch so einen Haufen an frei erhältlichen Tracks, kann man auch ohne diese Beilage das Gerät mit nützlichen Routen füttern.

Touren planen mit dem Falk LUX 22

Touren planen mit dem Falk LUX 22

Aber warum füttern, wenn man sich doch an seinem Standort direkt ein Rundkurs erstellen lassen könnte?

Trotz dieser Möglichkeit spontan eine Tour zu planen und eben neben Tracks auch Caches aufs Gerät zu ziehen, würde man spontan bei den Partnerlogos im Startscreen und dem doch mehr versprechenden „Geocaches“ Auswahlmenü irgendwie mehr erwarten. Das beim Lux 22 gebotene ist irgendwie paradox im Bezug auf die Zielgruppe, denn hier stehen ja die Anfänger im Vordergrund. Ein Anfänger will jedoch wohl in erster Linie loslegen und da nimmt man das laden der Akkus in Kauf, dass dieser Anfänger nun sich erst noch Caches und Tracks beschaffen muss, ist etwas fahrlässig, denn nicht jeder GPS-Anfänger weiß direkt, wo und wie er die Daten findet und wie er sie auf das Gerät bekommt. Wären nun wie beim IBEX 30 gut 20 Tracks im Bundesgebiet eingetragen, könnte man sich weitaus besser mit dem Gerät auseinander setzen.

Geocaching mit dem LUX 22

Geocaching mit dem LUX 22

Testfazit zum Falk LUX 22

Preislich ist das Falk LUX 22 ein guter Einstieg in die Outdoor-Navigation mit GPS. Getestet haben wir es nicht, durch Premiumkarten kann man die Basiskarte Plus für einige Regionen aufwerten und z.B. mit Karten wie von MagicMaps kann man auch Vektorkarten nutzen, die dann vielleicht auch schöner ausschauen.

Gerade für Anfänger hätte man sich jedoch vielleicht etwas mehr „vorinstalliertes“ gewünscht, wo wir Anfängern eigentlich viel eher das im Umfang größere Lux 32 empfehlen würden. Hier wird man wohl besser die ersten Schritte machen können, das Lux 22 ist dann eher etwas für diejenigen, die kurzfristig sparen und im Anschluss mehr Geld ausgeben wollen.

Tourauswertung im Anschluss

Tourauswertung im Anschluss

Zusammenfassend kann man sagen, die Lux Baureihe hat uns sehr gut gefallen und diese GPS-Geräte können wir mit Blick auf das 30 auch sehr empfehlen, mit dem 22 würden wir auf Dauer jedoch nicht glücklich und da wäre mindestens die Erweiterung des Geräts um eine Premiumkarte Pflicht.

Alle Bilder zum Falk LUX 22

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Optimus Vega – Der Gaskocher nicht nur für Wintereinsätze im Test

Auf HikingGear hatten wir über den neuen Gaskocher aus dem Hause Optimus bereits zur letzten OutDoor ausgiebig berichtet, nun ist es an der Zeit ihn auch mal in der Praxis zu präsentieren. Gute Neuigkeiten gibt es dabei auch für Euch, denn nun schreibt man auch hier wieder über ein Produkt, dass es nun auch tatsächlich im Handel gibt.

Wer seine Touren plant, der steht bei den Planungen immer vor festen Eckpfeilern. Zum einen ist es die Schlafsack- und Zeltwahl, dann sicherlich nicht weniger aufwendig die Suche nach der passenden Outdoorbekleidung und letztendlich ist noch der Punkt der Outdoorküche offen. Vor der ersten Tour hat man sicherlich noch den Luxus, dass man überhaupt noch keinen Kocher besitzt, hat man jedoch schon einige Touren hinter sich, so stellt sich dann nur noch die Frage, ob der bestehende Kocher auch zur geplanten Tour passt.

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Für winterliche Touren gibt es auch inzwischen beim Gaskocher Konzepte, womit man auch bei besonderes tiefen Temperaturen kochen kann. Auf Tour hatten wir nun mal den Optimus Vega dabei, der mit einem Handgriff zum Flüssigbrennstoffkocher fungiert und so auch im Winter für heiße Speisen sorgen kann. Richtig auf Herz und Nieren haben wir ihn dann mal im Schneeeinsatz getestet, wo die Gasleitung auch schon mal durch den Schnee verlief und der Kocher selbst auch darin stand.

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Wenn man sich diesen Vorzug des Wintereinsatz anschaut, denkt man bei der Textform sicherlich an einen schweren Kocher, der sich wohl im hinteren Mittelfeld der Grammangaben aufhält. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, denn mit 178 g ist er der zugleich leichteste Gaskocher mit Schlauchanschluss, den man so in den gängigsten Outdoorläden bekommen kann. Schwerer ist mit 198g zum Beispiel auch schon der Primus Express Spider Stove, der auch schon recht leicht wirkt und bei dem man jedoch auf diese Winterqualitäten verzichten muss. Dementsprechend kann man mit Blick auf die Konkurrenz behaupten, dass er einer der leichtesten Kocher seiner Klasse ist.

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Optimus bleibt sich selber treu, denn wie auch schon die Aufschraubkocher glänzt der Standkocher mit filigranen Reglern und leichten Materialien. Die drahtigen Standfüsse sind z.B. im Ventilgehäuse bereits integriert und müssen nur noch ausgeklappt werden. Bei Nichtgebrauch sind die Standfüsse in geklappter Position durch die Materialdicke wiederum alles andere als sperrig und noch dazu auch keine losen Teile. Nichts wäre ärgerlicher, als wenn sich der Kocher unterwegs zerlegen würde und man die losen Teile am Ende der Etappe letztendlich verloren hat.

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Verpackt wird der Optimus Vega in einem eigenen Packbeutel, der beiliegende Windschutz kann ebenfalls darin verstaut werden. Gerade der Windschutz bietet auch wieder zwei erwähnenswerte kleine Details an, die das Kochen unterwegs erleichtern. Für einfaches Handling ist der Windschutz mit abgerundeten Ecken ausgestattet und da es eine Fülle an Kochtöpfen gibt, besitzt der Windschutz zwei Einstelloptionen. Mit diesen Auswahleinstellungen kann man die Grösse des Windschutz dem Kochtopf optimal anpassen und so effizienter kochen. Wir haben mal für unsere Tests jedoch mangels Wind in der Regel auf den Windschutz gut verzichten können.

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Zum Stichwort Effizienz sei gesagt, dass der Kocher für 1 Liter Wasser ca. 4.5 Minuten Kochzeit im Durchschnitt benötigt. Der bereits angesprochene Primus Kocher ist dabei gemäß seinem Datenblatt nicht schneller, bei Kälte hat wiederum der Optimus Gaskocher seine Nase vorn. Die Gaskartusche mit einem Dreh auf den Kopf stellen und schon erfolgt die Brennstoffzufuhr nicht mehr mit Gas, sondern in flüssiger Form. Was nun erfolgt, wäre der Turbo für Kochleistung, denn die Flüssigbrennstoffzufuhr erhöht die Kocherleistung bei tiefen Temperaturen und verringert um bis zu 20% die Kochzeit. Auch fern dieses integrierten 4-Saison-Modus ist er aber schon ein flotter Kocher. Der Brennsparmodus im normalen Kochbetrieb ohne umgedrehter Gaskartusche ist so z.B. ideal für ein präzises Köcheln und dies bei optimierter Gaszufuhr. Nicht weniger wichtig ist der Blick auf die Brenndauer, denn gerade wenn man in den bereits erwähnten Planungen für die Tour steckt, darf man die Brennstoffmenge nicht aus den Augen verlieren. Als Vergleichsmass gilt eine 230 g Butan/Isobutan/Propan Gaskartusche womit man beim Optimus Vega immerhin bis zu 160 Minuten bei voller Leistung köcheln kann. Vorsichtig sollte man mit den Werten aber trotzdem sein, denn es kommt ja auch immer auf das Kochverhalten an. Manchmal will man eben nur fix das Wasser auf die gewünschte Temperatur bringen, als Gourmetkoch on Tour hingegen legt man vielleicht mehr Wert auf ein ein präzises Köcheln und weniger auf „so schnell wie du kannst“. Vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei dann jedoch der ebenfalls filigrane Regler, an den man sich mit der Zeit auch gut gewöhnen kann. Ob man den Kocher nun in den Schnee stellt oder ihm eine kleine Schneise freiräumt hat an sich keine großen Auswirkungen gehabt. Der Kocher stotterte anfänglich etwas, aber ansonsten verrichtete er perfekt seine Arbeit.

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Fazit

Der Optimus Vega ist ein Kocher, den wir für viele Outdooraktivitäten empfehlen können. Das sicherlich schönste Detail an ihm ist die Mischung aus Gewicht und kleinem Packmass, denn hier stellt sich eigentlich gar nicht die Frage nach der Wahl des Kochers. Natürlich kann man für 100 g weniger einen Aufschraubkocher wählen, hätte dafür aber nicht die Wintertauglichkeit in diesem Umfang, den niedrigen Schwerpunkt und bequeme Bedienbarkeit. Der Schwerpunkt ist z.B. neben dem Gewicht auch ein Massstab, wo der Vega der Klassenprimus ist. Beim Vega befindet sich wie bei den Standkochern sonst auch üblich der Regler z.B. an der Gaskartusche auf Abstand zum eigentlichen „Brandherd“, bei Aufschraubkocher muss man hingegen meist unter die Flamme greifen.

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Nimmt man nicht nur diese Vorzüge, so ist der Vega an sich schon ein guter Kompromiss für Touranfänger, denn er füllt die Lücke zwischen den technisch oft anspruchsvollen Benzinkochern und den bei Minustemperaturen nur beschränkt einsetzbaren Gasbrennern. Wer gerade mit einem begrenzten Budget die Ausrüstung und Kleidung kaufen muss, kann sich so schon einen Kocher sparen. Preislich ist man bei unter 100 €. Bei Outdoortrends lag der Kocher gerade bei 94,90 €. Nicht ganz billig im Vergleich zu einer Anfängerausrüstung, dafür aber umso empfehlenswerter mit Blick auf ein langes Outdoorleben.

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66°North Snaefell – Hardshell mit Polartec NeoShell im Praxistest

Es gibt Dinge, die sind rein von ihrer Herkunft immer schon mit einer gewissen Wertung in positiver, als auch negativer Form behaftet. Nehmen wir mal die Merinowolle. Eine oftmals gelesene „Wertung“, die man einmal unkommentiert stehen lassen mag, ist z.B. folgende: Aufgrund der klimatischen Bedingungen sind Schafe aus Neuseeland diejenigen, die die besten Fasern aus Merinowolle liefern. Überlegt man nun mal spontan über unseren hohen Norden in Europa und sagt das heraus, was einem spontan über Island einfällt, so haben wir sicherlich auch „wunderbare Landschaften“, „raues Wetter“, „stürmisch“ und „verregnet“. Ist man sich nun bewußt, dass 66°North eine Marke aus Island ist, so liegt die Hoffnung nah, dass sie durch ihre geographische Lage es auch verstehen nah an den Bedürfnissen erstklassige Regenjacken herzustellen. Mit der 66°North Snaefell wagen wir mal unsere erste persönliche Tuchfühlung mit der Marke und sind zugleich mit den Tests der Jacke nicht allein, denn auf der ispo war die Jacke u.a. schon der Gewinner der ispo Outdoor Awards 2011.

Mit so viel Vorschusslorbeeren ausgestattet, ist es natürlich nicht leicht dieser Erwartungshaltung gerecht zu werden. Widmen wir uns daher erst einmal der Marke 66°North. Die isländische Marke ist eigentlich keine allzu neue Marke auf dem Bekleidungsmarkt, denn 2011 feierte die Brand ihr 85-jähriges Bestehen. Ursprünglich gab es von der Marke, die seit 1926 produziert überwiegend Arbeitskleidung. Kleidung für höchste Ansprüche, aber zugleich auch robust. Hinzu kam seit einigen Jahren auch die Alltagskleidung im Lifestylebereich, die funktionell, aber trotzdem noch sehr straßentauglich ist. Bis hierhin könnte man bei uns in Deutschland spontan an eine Marke aus Norderstedt denken, wären da nicht noch die besagten Produkte aus der Outdoorbekleidungslinie, wie die zuvor angesprochene Snafell Jacke.

Bei der 66°North Snaefell hat man hierzulande dank dem ispo Award nicht mehr ganz einen Geheimtipp in den Händen, die Marke selbst mischt inzwischen auch ganz gut mit im Bereich der hochqualitativer Sport- und Freizeitbekleidung, liegt in der öffentlichen Wahrnehmung aber noch etwas zurück. Wir wollen nun an der 66°North Snaefell zeigen, ob dies unbegründet oder zurecht so ist.

66°North Snaefell Jacket

 

Rein die Optik und somit der erste visuelle Eindruck verrät, dass man hier eine sehr technische Hardshell in den Händen hält. Nimmt man allein die Anordnung der Taschen, so erkennt man den Gedanken an dem Einsatz mit Klettergurt bzw. Rucksack, besondere Details wie eine kleine Kartentasche am linken Ärmel oder der athletische Schnitt mit verlängerten Rücken. Interessant ist die Jacke ohnehin, aber durch den Einsatz von Polartec® NeoShell® ist die Jacke natürlich im Warenangebot der Shops schon einmal eine kleine Abwechslung zu den vielen anderen Jacken mit GORE-TEX® Membranarten. Nun gibt es seit vielen Jahren von GORE-TEX® immer mal wieder Vorstöße im Bereich der hohen Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsregulierung im Inneren, mit NeoShell® ist nun die passende Antwort von Polartec® im Bezug auf Gore-Tex® Active-Shell® auf dem Markt und zuerst in der Snaefell zum Einsatz gekommen. Widmen werden wir uns daher sowohl dem Snaefell Jacket, als auch der Polartec NeoShell Technologie.

Wollen wir uns erst einmal der Membran widmen, denn wie wir nachfolgend noch erklären werden, ist eine NeoShell Jacke auf dem zweiten Blick nicht gleich eine NeoShell Jacke. Man muss vielleicht darauf hinweisen, dass es aus unserer Sicht eigentlich zwei Gruppen von NeoShell Jacken gibt. Beide Arten haben wir bei uns im Netzwerk auch schon mal vorgestellt, daher hier der markante Unterschied mal in Kurzform: Das Snaefell Jacket fällt unter die NeoShell Kategorie „Hardshell“, hat ein Nylon Außenface und ein Polyester Trikot-Lining auf der Innenseite. Das auf HikingGear.de vorgestellte Jammu Jacket von The North Face ist wiederum aus der Softshell Variante von Polartec NeoShell mit einem Velour auf der Innenseite. Bei der Haptik gibt es hierbei folglich Unterschiede, in der Wassersäule gibt es jedoch keinen Unterschied. NeoShell hat immer eine Wassersäule von 10.000, die jedoch im Laufe der Zeit auf 5.000 runter gehen könnte. Auch mit einer Wassersäule von 5.000  wäre die Jacke nach den geltenden Definitionen immer noch absolut wasserdicht. Wer also im Laden zuerst das NeoShell Label sieht und sich wundert, warum nun zwei Jacken mit derselben Membran sich unterschiedlich anfühlen, dem sei nun zuvor die Erklärung gegeben.

Wer also aufmerksam mitgelesen hat, der wird nun beim Blick in die Jacke feststellen, dass man hier die typische Innenansicht der besagten Hardshell vorfindet. Kein Velour, dass an Microfleece erinnert, dafür aber eine Struktur, die genauso weich und angenehm auf der Haut ist, jedoch nicht noch zusätzlich wärmt.

Bild: Polartec

Bild: Polartec

Das Geheimnis hinter Polartec® NeoShell® ist ein neues Entwicklungsverfahren, bei der nun eine neue wasserabweisende, mikroporöse Polyurethan-Membran kombiniert wird mit einer streng regulierten Porengrößen. Dabei hat man nun im Endeffekt von einer Polyurethanbeschichtung die Haltbarkeit und Dehnbarkeit und zugleich von einem mikroporösen Gewebe die Atmungsaktivität. Nimmt man nun z.B. im Laden eine herkömmliche Membranjacke und zugleich auch eine NeoShell Jacke in die Hand, so wirkt die letztere Jacke bereits weicher und flexibler. Der Stoff ist elastischer und wirkt selber nicht wie eine klassische Hardshell. Durch den zuvor angesprochenen Aufbau der Membran ist in der Theorie ein positiver Luftaustausch entstanden. Im klassischen Membranaufbau kann nur der Wasserdampf nach außen dringen, hier wirkt alles etwas luftiger, so dass Kondenswasserbildung zuverlässig verhindert werden kann. Anders ausgedrückt ist man hier auch nicht mehr auf ein Temperaturgefälle angewiesen, wo je nach Größe die herkömmlichen Membranjacken mal besser und mal schlechter in ihren Leistungen abgeschnitten haben.

Blickt man nun weg von der Membran auf die eigentliche 66°North Jacke, so entdeckt man zumindestens in unserem Testobjekt eine einwandfreie Verarbeitung. Die Nähte, oftmals Schwachstellen einer Hardshell, sind ordentlich abgeklebt und auch die Reißverschlüsse sind allesamt gegen Nässe abgedichtet. Bei den Belüftungstaschen hat man natürlich auch an die typischen Zippergaragen gedacht und überlässt nichts dem Zufall.

Test auf Tour, im Herbst und Winter

Das isländische Rescue-Team unter der Leitung von Leifur Örn Svavarsson hat mit der Erfahrung bei der Entwicklung der Jacke mitgewirkt und so will ein Produkt der Arctic Edition von 66°North natürlich nicht in Stadtparks, sondern auf Trails bei jedem Wind und Wetter getestet werden. Gemäß den Aktivitäten im Outdoor-Netzwerk haben wir in verschiedenen Einsätzen versucht der Jacke mal Schwachstellen zu entlocken.

Beim Wandern….

Natürlich vollkommen unterfordert ist die Jacke im Einsatz beim Wandern. Reizvoll ist es jedoch für uns aber, um sich mal mit der Jacke fern von ablenkenden Rucksäcken oder Klettergurten mit der Snaefell zu beschäftigen.

Auffallend ist der Schnitt der Jacke, da dieser bezogen auf unsere Damenjacke besonders ergonomisch geformt gewesen ist und sich solo sehr gut tragen lässt. Der Rücken ist hierbei etwas länger, was natürlich bei bewegungsintensiven Aktivitäten, beim Tragen von Rucksack oder Klettergurt usw. positiv auswirkt. Nicht ganz unwichtig ist hier der Blick auch auf den Kragen, muss er auf Tour doch den Hals vor Kälte und Nässe schützen. 66°North ist hierbei recht großzügig gewesen und zugleich vorbildlich, da der Kragen recht hoch reicht und mit Kinnschutz ausgestattet ist. In Kombination mit einem Schal oder Kragen vom Midlayer ist man auch im Winter gut vor kaltem Wind geschützt. Oberhalb des Kragens kann man sich natürlich schon der Kapuze widmen, wir werden dies jedoch im Zusammenhang mit anderen Aktivitäten erst später erledigen.

Über einen Kordelzug im Saum auf der Innenseite kann man die Jacke gut regulieren. Anders als man es jedoch inzw. von immer mehr werdenden Jacken kennt, geschieht diese Einstellung jedoch noch am Saum direkt und nicht über die Innentaschen.

Im Dauerregen ohne Rucksack sieht man das Wasser sehr schön abperlen. Verglichen mit Active Shell sind die Wassertropfen vielleicht nicht ganz so rund, aber das wäre schon wieder quängeln auf hohen Niveau und eher ein subjektiver Eindruck fern eines wissenschaftlichen Tests. Unterm Strich ist man aber fern der Tropfenbeobachtung sehr gut vor anhaltender Nässe geschützt, wobei wir hier nun uns in der Jacke drei Stunden Schneeregen, ergiebigen Schneefall und 5 Stunden Dauerregen ausgesetzt haben. Egal in welcher Konsistenz man sich nun der Nässe auch ausgesetzt haben mag, im Innern hat man davon nichts feststellen können. Einen Unterschied zwischen den Wassersäulen hat man nun bei dieser Aktivität nicht wahrnehmen können.

Beim (Winter-)Trekking….

Eine kleine dezente Steigerung der Ansprüche gibt es beim Trekking. Hier haben wir natürlich den Aspekt des Wetterschutz besonders zu berücksichtigen. Während man bei einer kleinen Tagestour lediglich wenige Stunden die Outdoorbekleidung am Leibe trägt, muss man sich beim Trekking schon mal mehrere Tage bis hin zu mehreren Wochen auf seine Kleidung verlassen können. Nehmen wir mal die Trocknungsphase, es hat auf Tour den ganzen Tag geregnet, die Jacke ist von außen deutlich nass und am anderen morgen muss die Jacke spätestens wieder zum Einsatz kommen. Wirkt das weiche Material noch so, als würde es Feuchtigkeit nach außen hin länger halten, so ist die Jacke auch auf der Außenseite ruckzuck trocken und wieder einsatzbereit.

Mit Blick auf den Rucksackeinsatz gibt es an der Jacke nahtlose Schulterstücke zu entdecken, die eine optimale Bewegungsfreiheit gewährleisten sollen und zugleich unangenehme Reibungen bzw. Druckstellen, die sonst bei Schulterträgern und Nähten auftreten können, verhindert. Ebenso schon beim Rucksackeinsatz und in den Gedanken an einem Einsatz auf langen Trekkingtouren lohnt sich hier schon der Blick auf die Kapuze. Dank zweifachen Einstellmöglichkeiten ist die Sicht während einer Regentour nicht behindert. Die verstellbare Kapuze bietet mit Blende und Verstärkung im Schirm die nötige Starrheit und Möglichkeit, dass sich das Sichtfeld bei Bewegungen nicht ändert. Zum individuellen ändern der Kapuze gibt es hier wieder die bekannten Einstellmöglichkeiten in Form von Kordelzügen.

An den Ärmelbündchen findet man wie bei einer 3-Lagen-Hardshell schon fast zum Standard gehörend, die Verstellung mit Klettverschluss. Auch mit Handschuhen lassen sich diese noch gut einstellen und zuvor greifen. Lediglich die Belüftungstaschen sind im Bezug mit Handschuhen beim Wintertrekking nur schwer bis gar nicht (Fäustlinge) zu bedienen. Hier würde man sich vielleicht noch Hilfsmittel wünschen. Blickt man jedoch auf die bereits geschilderten Eindrücke zum Klima innerhalb der Jacke, so werden die Belüftungstaschen ohnehin nur für das Verstauen von Kleinkram gebraucht.

Den Verstaumöglichkeiten werden wir uns nun auch hier widmen und blicken so z.B. auf jeweils zwei RV-Seitentaschen, RV-Ärmeltasche und eine RV-Innentasche. Die letztgenannte Tasche ist eher etwas für das Basislager, als wahrlich für den Toureinsatz. Unser Eindruck war der, dass man die Tasche wohl eher umständlich erreicht und es praktischer ist, auf die anderen Taschen auszuweichen. Gänzlich auf die Tasche verzichten möchten wir jedoch auch nicht. Nachdem wir uns nun mehrfach mit den Belüftungstaschen an der Seite beschäftigt haben, widmen wir uns daher mal mit der Ärmeltasche. Diese Tasche könnte prinzipiell für alles genutzt werden, was man dringend braucht, was klein ist und auf Tour ständig rein und raus gekramt wird. Beste Beispiel hierfür wäre der Kompass, der Kartenausschnitt, die niedergeschriebene Wegbeschreibung oder das GPS-Gerät. Zu viel oder zu sperrig sollte das jeweilige Ausrüstungsteil jedoch auch nicht sein, da wenn schon nicht der Platzanspruch das Verstauen verhindert, dann jedoch das Tragegefühl. Im Winter kann man darin jedoch beim Skifahren gut den Skipass verstauen.

Beim Klettern…

Was beim Trekking der Rucksackschultergurt, ist beim Klettern der Hüftgurt. In beiden Fällen sind es ko-Kriterien für die Erreichbarkeit der Taschen, die die Snaefell jedoch nicht fürchten muss. Beim Klettereinsatz wird man sich zum einen über das elastische Material freuen, aber auch über vorgeformte Ellenbogen und eine Kletterhelm-kompatible Kapuze.

Fazit

Hatte man „früher“ noch für die Atmungsaktivität eine Softshell auf Tour im Dauereinsatz und beim starkem Regen als Wetterschutz eine reine Hardshell, so hat man nun bei NeoShell den gewonnenen Komfort, dass man unterwegs nicht mehr die Jacke wechseln muss. Das Abspecken des Rucksackgewichts ist zugleich ein schöner Nebeneffekt.

Was den Tragekomfort angeht, so hat man bei Polartec® alles richtig gemacht. Auf der Haut und außen fühlt man weiche Materialien, die auch beim Dauereinsatz nicht unangenehm werden, im Falle von Regen jedoch auch eine Regenjacke in der sich noch über Stunden das Wetter aushalten lässt. Nimmt man bewegungsintensive und schweißtreibende Aktivitäten in die Wertung, so war man selbst bei Anstiegen mit Schneeschuhen oder Skier, bei denen man sonst jede herkömmliche Dreilagenjacke vollgeschwitzt hätte, noch angenehm trocken auf der Jackeninnenseite.

Im direkten Bezug zur 66°North Snaefell muss man noch beachten, dass man hier ein universelles Modell in den Händen hält, was sich je nach Wahl des Midlayers für jede Wetter- und Temperaturlage eignet. Im Gegensatz zur Velourvariante hat man hier jedoch keine zusätzliche wärmespendende Schicht am Leib.

Von unserer Seite ein klare Empfehlung für die Jacke, die es als vorgestellte Damen- (66 North – Women’s Snaefell Jacket) und auch als Herrenversion (66 North – Snaefell Jacket) bei den Bergfreunden gibt. Nur kleine, ungünstige Details wie das Handling mit Handschuhen oder eben diese Anbringung der Innentasche kostet der Jacke unseren „Editor`s Choice“-Award, wer darüber hinweg blicken kann, der wird die Jacke lieben.

Details

Material: Polartec NeoShell (48% Nylon, 25% Polyester, 27% Polyurethane)
Belüftung: keine PitZips, dafür über RV-Seitentaschen
Taschen: 2 RV-Seitentaschen, RV-Ärmeltasche, RV-Innentasche
Gewicht: 458 g (mittlere Größe) bei den Damen, 514 Gramm (mittlere Größe) bei den Herren
Extras:
  • voll verstellbare Kapuze mit integriertem Schirm
  • verstellbare Ärmelbündchen
  • Kordelzug im Saum
  • Kinnschutz
  • vorgeformte Ellbogen
  • verlängertes Rückenteil
  • Praktische Kartentasche vorn am linken Ärmel
  • Innentasche mit Reißverschluss für kleine Gegenstände
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Vaude Chapel 3P – Das Raumwunder auf Tour im Test

Mit dem Chapel präsentierte Vaude auf der OutDoor 2011 ein Zelt das auf der Messe in Friedrichshafen bereits für Furore sorgte. Nun im Handel haben wir es ausführlich im Detail auf unserer Seite für Camping und Euqipment zum Radtrekking vorgestellt.

Das Vaude Chapel 3P ist ein Tunnelzelt mit theoretisch vielen Einsatzmöglichkeiten. Es eignet sich zum Camping wie auch zu Trekkingtouren. Beim Camping mit dem Auto als Transportmittel würde man die Qualitäten in Form eines kleinen Packmaß und dem Gewicht nicht ausreizen und es „unter Wert“ nutzen. Die typische Trekkingtour könnte man darin verbringen und es geschultert durch die Weiten Skandinaviens tragen, man hätte jedoch zu zweit schon ein beachtliches Gewicht, dass man beim Verzicht auf die Innenzelthöhe durch ein anderes Zelt verringern kann. Für uns ist das Chapel 3P ein ideales Zelt für Radwanderungen. Wer den Donauradweg, entlang der Nordseeküste, am Bodensee oder irgendeinen anderen Radweg fahren will, der wird sich dieses Zelt wünschen!

Beim Radwandern haben wir das Zelt nun ausgiebig in der Praxis testen können und mit zwei Trekkingrädern das komplette Raumangebot nutzen können.

Mit der riesigen Apsis sticht direkt der große Pluspunkt vom Tunnelzelt ins Auge. Die klassische Innenzelthöhe hat bislang nur immer Platz für Räder geboten, wenn man das Vorderrad abmontiert hat. Möchte man sich das jeden Abend zumuten? Bei der riesigen „Raumhöhe“ vom Vaude Chapel 3P bekommt man nun den Luxus geboten, die Räder wie in die heimische Garage zu schieben. Wer nun glaubt, die Räder sind drin und nichts anderes passt hinein, der sollte einen Blick auf die Breite der Apsis werfen.

Bei verschlossener Tür drückt sich zwar ein Lenker an das Außenzelt, theoretisch könnte man das Rad wiederum auch etwas mehr zur Mitte stellen. Wem dieser Zustand nicht stört, der kann neben den Rädern sich immer noch bequem im „Vorzelt“ aufhalten, sich aus der Radbekleidung pellen oder das Essen vorbereiten.

Aufbau

Es gibt Zelte, da muss man für den Aufbau mehrmals die Aufbauanleitung studieren. Hier könnte man prinzipiell sagen, wer schon mal ein Tunnelzelt aufgebaut hat, der wird auch dieses Zelt binnen weniger Minuten aufgebaut haben. Abweichend vom normalen Aufbau hat Vaude hier nun für den Bereich der Apsis auf beiden Seiten statt dem sonst üblichen Gestänge das durch einen Kanal geschoben wird, nun ein Konstrukt aus 4 Gestängeelementen. Rechts und links ist das Gestänge wie ein auf dem Kopf gestelltes U, an den oberen Enden wird nun zwei kleinere Gestängebögen aufgesteckt und jeweils mit dem recht bzw. linken „U“ verbunden. Das ist jetzt nicht ganz so stabil und steht eher locker in der Luft. Im Anschluß muss man nun via Clips das Außenzelt mit dem entstandenen „Rahmen“ verbunden werden. Man selbst ist 1,90m und hat dabei keine Probleme das Außenzelt mit dem Rahmen zu verbinden, man kann sich aber vorstellen, dass man als kleine Person über diesen Aufbau nicht sehr glücklich sein könnte. Der Klassiker Gestänge und Gestängekanal war dann doch benutzerfreundlicher für kleinere Menschen.

Innnenzelt

Getrennt vom Außenzelt betrachtet ist das Innenzelt durchaus ein Bestandteil der in seiner Größe und Höhe ebenso Teil eines Trekkingzelt sein könnte. Die Höhe ist deutlich niedriger als die Apsis, bietet zugleich aber auch noch den Luxus einer komfortablen Innenzelthöhe.

Auch große Personen können darin bequem liegen ohne dass man mit dem Schlafsack ans Innenzelt stößt. Möglich macht dies der Schnitt des Außenzelt, welches am Fußende noch eine beachtliche Höhe besitzt.

In der Breite könnte man theoretisch mit drei Personen liegen, komfortabler ist es mit zwei Personen, wo man dann auch das Gepäck ins Innenzelt holen kann. Bei uns konnte man so unsere vier Back-Rollertaschen und zwei Lenkertaschen unterbringen. Platz für weitere Lowridertaschen wären noch vorhanden, aber wer sie lieber draußen in der Apsis abstellen mag, dem sei gesagt, dass in der Apsis neben den Rädern das gesamte Gepäck ebenso Platz finden wird und man selbst noch gut aus dem Zelt kommen kann.

Weitere Details

Wer schon Regentage in einer kleinen Dackelgarage verbingen musste, der wird wissen, wie unangenehm solche Stunden vergehen können. Beim Chapel kann man sich bequem in der Apsis aufhalten, die Vorhänge von den Fenster nehmen und das Treiben vorm Zelt beobachten. Mit der hellen Innenzeltfarbe, wie auch dank des hellen Außenstoffs ist es im Zelt sehr hell und dadurch auch gut für das Wohlbefinden.

Bei der Lüftung hat man mehrere Möglichkeiten. Am Fußende ist ein Lüfter angebracht, der zugleich auch starr offen steht. Hinter den Fenstern ist ebenfalls ein Moskitonetz angebracht und die Möglichkeit vorhanden auch bei Regenfall das Fenster zu öffnen. Auf der Vorderseite ist wiederum keine seperate Lüftung.

Regnet es dann doch zu stark, so kann man die Abdeckungen an den Fenstern wieder verschließen. Vergleicht man beide Bilder vom Fenster, so sieht man gut den großen Bereich nach oben und zu den Seiten, wo das Moskitonetz vor Regeneinfall geschützt ist.

An heißen Sommertagen wird man ohnehin den großen Eingang aufrollen und den Ausblick genießen. Bei uns wurde die Picknickdecke als Plane für das Innenzelt ausgebreitet und schon mal das Essen am Ende der Apsis vorbereitet. Beachtlich ist hierbei nicht nur die bereits mehrfach angesprochene Höhe von der Apsis, sondern auch die Breite. Man sucht im Bereich der noch tragbaren Zelte wohl vergebens nach einem weiteren Zelt was dem Besitzer so viel bieten kann.

Als nettes Gimmick und eigentlich immer etwas was wir selber für unsere Touren nachrüsten, ist die typische Wäscheleine im Zelt. Über Nacht hängen wir ganz gerne die Radtrikots und Handtücher auf. Vaude hat das Chapel 3P bereits mit so einer Leine in der Apsis ausgesttatet.

Fazit

Wäre das Chapel 3P nicht bereits im Handel, so würden wir sagen, dass wir genau so ein Zelt von den Zeltherstellern haben wollen. Preislich gesehen ist es nicht gerade das günstigste Modell, wer jedoch oft mit den Rädern tourt und ein Zelt braucht, kommt aus unserer Sicht nicht an dem Chapel 3P vorbei. Man kann sich durchaus billigere Zelte kaufen, sicherlich auch welche die kleiner und windschnittiger sind, wer seine Räder jedoch nachts vor Diebstahl und Vandalismus schützen mag, auf ein Raumgefühl großen Wert legt, der wird unweigerlich beim Chapel 3P landen. Einmal mit dem Chapel 3P getourt und man will kein anderes Zelt mehr für die Touren mitnehmen.

Von uns in ganzer Linie eine klare Empfehlung, die lediglich durch den „kleine Personen“ unfreundlichen Aufbau geprägt ist. Sicherlich wird man das Zelt aber mit einer kleinen Körpergröße und etwas mehr Zeitaufwand ebenso gut aufbauen können.

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Yeti V.I.B. 150 – Der ultraleichte Daunenschlafsack für Sommertouren im Test

Leichte Ausrüstung und Bekleidung gibt es seit Jahren aus Görlitz. Die Outdoormanufaktur Yeti stellt für Grammjäger federleichte Daunenjacken und Schlafsäcke her, die beim Trekking oder auf Expeditionen das Gewicht des Rucksack gering halten.

Für Sommertouren bietet der V.I.B. 150 neben einem geringen Gewicht auch noch Flexibilität in seiner Verwendung. Gerade wenn die Nächte im Zelt drückend warm sind und man am liebsten aus seinem Schlafsack entfliehen möchte, kann man beim Yeti VIB 150 den „Mumienschlafsack“ in eine Decke verwandeln.

Außengewebe: SupCell (100% Nylon)
Innengewebe: UltraCell (100% Nylon)
Maß: 192 x 82 x 54 cm (L),
im Packsack: 9,5 x 9,5 x 21 cm
Gewicht: ca. 415 g
Füllung: 150 g,
800+ European Downs 95/5 pro inch3,
US Standard: around 870 inch3,
H-Kammer Verarbeitung
Temperaturangaben:
Comfort +13°C, Limit +9°C, Extrem -3°C

Der Komfortbereich des Daunenschlafsack ist zugleich Segen, als auch Fluch, denn es gibt wohl nur die Hochsommerzeit bei der man den Temperaturbereich des Schlafsack ohne Einwände nutzen kann. Im Falle einer kühlen Nacht im Frühsommer bietet sich hier jedoch weit besser als bei anderen Schlafsäcken die Kombination mit einer isolierten Jacke. In der Regel sollte man in seiner persönlichen Packliste immer etwas in Richtung Kunstfaserjacke oder dem Pendant aus Daune stehen haben. Die Kombination mit einer Daunenweste oder sogar Daunenjacke wäre bei dem Yeti V.I.B. 150 eine sinnvolle und von uns erprobte Erweiterung.

Test auf Tour

Pfingsten liegt bekanntlich in Deutschland nicht im Hochsommer und wenn es auch tagsüber noch so schön warm sein mag, die Nächte sind dann doch etwas frischer. Während man in den frühen Morgenstunden wieder den Schlafsack zu einer Daunendecke verwandeln möchte, so kam es in der Nacht an der Nordsee etwas frischer vor.

Gebettet auf der Therm-a-Rest NeoAir und ganz tief im V.I.B. 150 verkrochen wurde es in der Nacht merklich kühler und der Schlaf unruhiger. In der Nacht zur Daunenweste gegriffen wurde es im Schlafsack wieder mollig warm und der Schlaf deutlich entspannter.

Was vielleicht wie ein No-Go klingen mag, liegt wohl in erster Linie an der geringen Daunenmenge und eventuell auch am Fehlen des Wärmekragens. Vergessen sollte man hier jedoch nicht, dass es sich eben nur um einen Sommerschlafsack und leider nicht um einen Dreijahreszeitenschlafsack handelt. Wärmekragen oder die Wulst hinter dem RV sind dann wiederum Details, die man bei einem klassischen Sommerschlafsack eher selten bis garnicht vorfinden wird. Mittels Kordelzug kann man den Schlafsack nach obenhin auch sehr gut bündig abschließen lassen und die aufwändige H-Konstruktion der Daunenkammern, wie man sie bei Sommerschlafsäcken eher selten vorfindet, lassen Kältebrücken erst einmal nicht aufkommen.

Fazit

Man sollte nicht den Fehler begehen, Äpfel und Birnen zu vergleichen. Der Yeti Daunenschlafsack erfüllt seinen Einsatzzweck mit Bravour, denn er ist ein Schlafsack für den Komfortbereich von +13°C und eben nicht für kühle Herbsttage.

Wer drückend heiße Nächte am Mittelmeer, in Herbergen am Rande des GR221 verbringt, der wird den Schlafsack nicht missen wollen. Verglichen mit dem Cumulus X-Lite 200 bietet der VIB 150 den Luxus ihn komfortabel zu öffnen und als Decke zu nutzen. Auch wenn man ihn nicht komplett öffnen mag, so bietet sich noch die Möglichkeit zumindestens ein Fuß oder gar das ganze Bein am Fußende zu kühlen. Der Zweiwege-RV macht dies möglich.

Auch wenn man für Berg- und Trekkingtouren nicht zu knapp kalkulieren sollte, in der nicht ungewöhnlichen Kombination mit einer Daunenjacke lassen sich die +13°C noch mal um ein paar Grad steigern. Mit einer wärmeren Isomatte wie z.B. der Exped SynMat Ul 7 kann man die Kälte vom Boden auch besser abwehren und wäre eventuell besser gewappnet als bei der klassischen NeoAir. Das Einsatzspektrum dieses Sommerschlafsack lässt sich somit beliebig erweitern.

Wer auf das Gewicht seiner Ausrüstung großen Wert legt und in der Regel als Grammjäger durch das Leben schreitet, der kann mit dem Yeti Schlafsack nichts verkehrt machen. Für die Herbst und Wintermonate gibt es aus dem Hause Yeti deutlich geeignetere Modelle. Wer grob das Spektrum zwischen +9°C und +21°C abdecken will, der findet mit dem VIB 150 einen gelungen Daunenschlafsack Made in Germany.

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Julbo Whoops Zebra – Multisportbrille für kleine Gesichter im Test

Aufmerksam geworden bin ich auf die Whoops-Serie der Firma julbo, da diese speziell für schmale Gesichter konzipiert wurde. Wie oft wurde ich als Brillenträgerin schon von Optikern mit den Worten „Tut mir leid, aber Gestelle für Ihre Gesichtsform führen wir nicht.“ aus dem Laden geschickt oder auf Teenie-Gestelle verwiesen.

Mit der Julbo Whoops Zebra habe ich spontan ein Sportbrillenmodell gefunden, das super auf meine schmale Gesichtsform abgestimmt ist (Maße: Glasbreite 61mm, Stegbreite 17mm, Bügellänge 125mm). Gläser und Bügel schließen so gut mit dem Gesicht ab, dass die Brille auch in Bewegung nicht rutscht und ich auf dem Fahrrad perfekt vor Fahrtwind, Insekten, aufwirbelndem Staub oder kleinen Steinchen geschützt bin.

Das Besondere: Das Modell Whoops ist mit drei verschiedenen Glastypen erhältlich (Spectron-, Polarized– und Zebra-Gläser). Aus Erfahrung kann ich nur über die Eigenschaften der Zebra-Gläser berichten. Die Gläser sind gelb-braun getönt und passen sich der Lichtintensität innerhalb von wenigen Sekunden (22-28 sec.) an. In einem Spektrum von Schutzkategorie 2 bis 4 tönen sich die Gläser dunkel bzw. hellen auf. Von preiswerten selbsttönenden Gläsern wird häufig abgeraten; die Whoops Zebra liegt jedoch  mit ca. 90 Euro in einem verträglichen Preisrahmen und ich persönlich konnte weder während einer Radwanderung an der Nordsee bei strahlender Sonne noch bei einer Tour im Wald Nachteile feststellen. An der Nordsee wurde ich zu keiner Zeit geblendet und konnte unterwegs beim Bäcker Gebäck und Preise problemlos erkennen, ohne im Laden die Sonnenbrille absetzen zu müssen. Noch wichtiger: Im Wald konnte ich – ob Licht oder Schatten – jederzeit die Bodenbeschaffenheit bestens sehen. Neben der Selbsttönung ist das Zebra-Glas mit einem Antibeschlagschutz ausgestattet und zusätzlich mit Öl behandelt, sodass es Schmutz abweist und Wasser abperlen lässt.

Die Whoops Zebra gehört zur Modellserie Speed der Firma Julbo und wurde für diverse Sportarten wie Mountainbiking, Trailrunning und Klettern entwickelt. Verfügbar ist das Multisport-Modell Whoops in verschiedenen Farben von einfarbig bis dekoriert. Je nach Glastyp variieren die Farbgebungen; die hier vorgestellte Whoops Zebra gibt es in den Farben weiß, softschwarz und lila.

Bei Interesse an anderen Modellen der Whoops-Serie verweise ich auf die Internetseite der Firma Julbo:

https://www.julboeyewear.com/de/Products_direct_access/sunglasses/speed_9/whoops_267.html

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Deuter AC Lite 22 – Der leichte Daypack für die Wanderung im Test

Jeden Tag zeigt das Thermometer einen höheren Wert an und die Sonne lässt sich auch immer öfter blicken. Spätestens dort weiß man, die Lust auf Outdooraktivitäten steigt und man ertappt sich dabei wie der gepackte Rucksack auf seinen nächsten Einsatz wartet.

Von der Firma Deuter haben wir einen Wanderrucksack getestet, der mit seinen 22 Liter ordentlich Platz für die Regenkleidung, den warmen Pulli und für die Verpflegung auf Tour bietet. Wir haben den Rucksack auf unseren Touren zu Zweit getestet und wählten daher das größte Modell um die jeweilige Regenbekleidung und Wärmeisolation in einem Rucksack zu verstauen. Wer hingegen allein auf Tour ist, der findet für Tagestouren auch kleinere Modelle als den vorgestellten Deuter AC Lite 22.

Wie man es eigentlich von Deuter nicht anders erwarten sollte, ist die Verarbeitung wieder einmal sehr gut und die Details am Rucksack sind ebenfalls sehr umfangreich. Den Wanderrucksack müssen wir durch die umfangreiche Vorarbeit im Wandermagazin nicht mehr im kompletten Umfang vorstellen, sondern widmen uns den Details, die man bei der nächsten Wanderung nicht missen mag.

Rückensystem

Das Rückentragesystem ist optisch bereits am feinen Netzgewebe erkennbar.Ein dauerelastischer Federstahlrahmen spannt das Netz zu einer glatten, strammen Fläche welche auf dem Rücken aufliegt, der Stahlrahmen sorgt für eine Biegung des eigentlichen Rucksack und schafft Abstand zwischen Rücken und Rucksack. Deuter nennt dieses System  Advanced Aircomfort System und dem wird das Belüftungssystem auch bei anstrengenden Touren gerecht. Durch die wenigen aufliegenden Flächen kann sich die Hitze nicht stauen und der Rücken bleibt dadurch trocken. Lediglich auf Schulterhöhe und an der Hüfte liegt der Rucksack auf, an diesen Stellen jedoch mit Ventilationspads aus Bilaminatschaum. Auf unseren Wanderungen bot der Rucksack einen guten Tragekomfort auch wenn man den Toploader mal richtig vollgestopft hat.

Taschen

Die verschiedenen Taschen boten auf unseren Touren gute Verstaumöglichkeiten. Unter dem Deckel bietet das Wertsachenfach einen versteckten Hort für die Geldbörse. Ebenfalls gut verstauen lässt sich der Haustürschlüssel im eigentlichen Deckelfach am Keyholder an dem der Autoschlüssel genauso gut vor Verlust geschützt ist. Ins Deckelfach passt aber auch noch das GPS-Gerät, der Wanderführer oder für die Frau Pinkie, der Trichter für Unterwegs.

Mit den elastischen Seitentaschen hat man noch weitere Verstaumöglichkeiten beim Deuter Wander Rucksack gerade bei der Nutzung von Trinkflaschen statt des Trinksystem lassen sich die Taschen optimal verwenden. Ansonsten hatten wir den Seitentaschen z.B. auch die Karte für die Tour verstaut, da sich diese Seitentaschen zwischendurch immer gut erreichen lassen.

Regenhülle

Dem Wetter zu trotz bietet der Rucksack auch noch direkt eine integrierte Regenhülle. Erwähnenswert ist hierbei, dass man diese direkt schon im Lieferumfang dabei hat und nicht wie es auch vorkommen kann, erst noch käuflich erworben werden muss. Diese Regenhülle ist ebenfalls in einer separaten Tasche verstaut und stört durch die Lage auf der Rucksackunterseite auch nicht Optik des AC Lite bzw. nimmt nicht noch Platz im Deckelfach ein.

Fazit

Ob man einen Wanderrucksack mit 22 Liter und einem Gewicht von unter einem Kilo wirklich als einen ultraleichten Rucksack bezeichnen mag, sei nun mal in Frage zu stellen. Es gibt durchaus leichtere, zum Teil spartanische Modelle oder sündhaft teure Rucksäcke die für das Volumen deutlich leichter sind. Was man jedoch unterm Strich sagen kann ist die Tatsache zu erwähnen, dass man hier einen Rucksack zu einem günstigen Kurs erwirbt, der detailreich und sehr gut verarbeitet ist.

Eine gelungene Mischung aus einem optimalen Materialmix aus leichten Stoffen, die aber auch die Robustheit der Rucksäcke nicht gefährden, an Taschen und Details nur das Nötigste, wie aber auch ein Tragesystem was man auf Tour nicht missen mag. Gerade wenn es wärmer wird und die Wandertour anpruchsvoller geworden ist, wird man sich über die gute Belüftung freuen.

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Katadyn Hiker Pro – Der kleine, schnelle und leichte Wasserfilter im Test

Wer sich bei seiner Tourvorbereitung nur mit seiner Outdoorbekleidung und seiner primären Ausrüstung beschäftigt, übersieht gern mal den Punkt der Wasserversorgung. Wie und wo gelangt man auf Tour an neues Trinkwasser, muss es gefiltert werden? Da der Verlauf einer Tour nicht aufgrund Magen und Darmproblemen beeinträchtigt sein sollte, widmen wir uns heute auf Outdoor-Testberichte dem Thema Wasserfilter.

Linktipp

Sehr lesenswert zum Thema Trinkwasser, der Wasseraufbereitung uvm. ist die Wasserfibel der Marke Katadyn.

Haben Sie gewusst, dass 80 Prozent aller Reisekrankheiten auf verunreinigtes Trinkwasser zurückzuführen sind? Oder wieviel Fäkalbakterien das vermeintlich klare Wasser eines Bergbachs enthalten kann? Als weltweit führender Hersteller von portablen Trinkwasseraufbereitungsprodukten haben wir uns zum Ziel gesetzt, Antworten auf diese Fragen und weitere wichtige Informationen zum Thema Trinkwasser zu vermitteln.

Ebenfalls von der Marke Katadyn haben wir einen sehr kompakten und sehr einfach zu bedienenden Wasserfilter getestet. Auf dem US-Outdoor-Markt ist seit Jahren der Katadyn Hiker Pro der meistverkaufte Mikrofilter, seit ein paar Wochen ist dieser Wasserfilter nun auch in Europa zu haben.

Katadyn Hiker Pro

Auch wenn die Produktvorstellung auf HikingGear zum Katadyn Hiker Pro bereits sehr ausführlich gewesen ist, beschreiben wir den Hiker Pro noch einmal in Kurzform.  Der Filter ist sehr klein (Maße: 76 x 165 x 61 mm), wiegt gerade einmal 310 Gramm und ist z.B. verglichen mit dem Katadyn Mini auch doppelt so schnell in der Pumpleistung.

Der Wasserfilter besitzt eine Glasfaser-Matrix und Aktivkohlegranulat. Das 0,3 Mikron Glasfaser-Filterelement wird ummantelt durch einen Filterschutz.  Dieser Filterschutz lässt sich abziehen und ohne Probleme reinigen. Zu dem Reinigungsprozess muss man aber auch sagen, dass sich aufgrund der Filterkonstruktion der Filter selber nur ausspülen lässt. Filtert man extrem schmutziges Wasser, so setzt sich die Filterkerze zu schnell zu. Wer zuvor weiß, dass man überwiegend sehr trübes Wasser zu filtern hat, der sollte zu einem Filter mit Keramikkerze greifen. Bei diesen Wasserfilter bürstet man die Filterkerze ab und muss nicht das zuvor gefilterte Wasser zum ausspülen verwenden. Als kleinen Tipp kann man hier noch auf einen Teefilter hinweisen, den man über den Vorfilter stülpt und sich so etwas Arbeit erspart.

Ein weiterer Nachteil oder zumindestens erwähnenswertes Detail ist die Lebensdauer der Glasfasermatrix. Abhängig von der Wasserqualität beträgt die Lebensdauer bis 750 l. Wer unterwegs den Filter regelmässig wartet, der verlängert die Lebensdauer deutlich, Globetrotter gibt z.B. als Kapazität 1150 Liter an. Nur einmal, damit man eine Vorstellung davon hat, hier mal zum Vergleich die Kapazität beim Katadyn Mini beträgt diese stattliche 7000 Liter, dafür ist dieser Filter aber auch deutlich teurer als der Hiker Pro. Ein Nachteil kann dies aber auch nicht sein, da der Hiker Pro seit Jahren der meistverkaufte Mikrofilter im US-Outdoor-Markt, wo es den Filter bereits schon länger gibt.

Der Katadyn Wasserfilter eliminiert zuverlässig Bakterien, Zysten und Sedimente aus dem Wasser. Was er noch herausfiltern könnte bzw. im Umkehrschluß auch wieder nicht, das kann man sehr allgemein in der oben verlinkten Wasserfibel nachlesen und z.B. vergleichen wenn man sich die Porengröße von 0,0003 mm merkt. Den Geschmack des Wassers verbessert die Aktivkohlefüllung, die auch gleichzeitig Gerüche eliminiert. Man verliert schnell die Lust am Trinken, wenn das Wasser übel riecht oder noch abgestanden schmeckt. Das Wasser schmeckte auf unserer Tour gefiltert recht neutral und war auch jedesmal genießbar. Dies ist aber auch letztendlich ein subjektives Empfinden. Wer das gefilterte Wasser nicht trinken kann, für den gibt es aber auch die bekannte Lösung, sich Pulver mit Fruchtgeschmack in die Flasche zu schütten.

Als einen großen Vorteil präsentierten sich die praktischen Schnellanschlusskupplungen womit man das Trinksystem kinderleicht befestigen und abnehmen konnte. Der Ansaug- und Auslaufschlauch ist dabei mit diesem System ausgestattet wobei der Lieferumfang des Filter bereits sehr umfangreich und noch alle Möglichkeiten der idealen Bestückung offen ließen. Nicht alle Teile des Lieferumfang wird man so z.B. nutzen. Im Zusammenspiel mit dem Trinksystem von Geigerrig lässt sich der Filter so verwenden, dass ein Schlauch Zuhause bleiben kann. Ebenso die Adapter für die verschiedenen Flaschen müssen nicht immer mit und so lässt sich noch einmal etwas Gewicht einsparen.

Fazit

Wer auf Tour nicht gerade extrem schmutziges Wasser filtern muss, der wird mit dem Hiker Pro von Katadyn sehr glücklich. Bekommt man beim Filtern mit dem Mini noch fast einen Tennisarm und verliert die Lust am Filtern, läuft es  bei einer Leistung von 1,0 l/min beim Hiker Pro recht zügig.

Bei der Lebensdauer muss man sich selbst ausrechnen wie die Folgekosten des Filter sind und Preise vergleichen. Der reine Preis für den Filter macht den Katadyn Hiker Pro sehr erschwinglich für diejenigen die nur selten Wasser auf Tour filtern mussten bzw. diesen eher als Backup nutzen wollen.

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Arc’teryx Cierzo 35 – Leichter Rucksack für Touren im Test

Leichtgewichtig unterwegs sein ohne Angst um die verwendeten Materialien der Ausrüstung haben zu müssen, das wäre ein Fall für die kanadische Marke Arc’teryx. Viele Hersteller setzen bei Ihren Produkten auf Materialien wie SilNylon und verwandeln die Produkte in sehr leichte, aber auch sehr anfällige Modelle. Bei der kanadischen Marke ist man seit vielen Jahren etwas anderes gewohnt, denn hier ist selbst beim Grammjäger Gedanke noch der Wunsch Produkte zu entwickeln, die einem noch viele Jahre auf Tour begleiten werden.

Getestet in Schottland haben wir einen sehr verwandlungsfähigen Rucksack der nordamerikanischen Outdoormarke, die sich speziell bei ihren Outdoorjacken einen Namen gemacht hat. Der Arc’teryx Cierzo 35 ist wie seine kleinen Brüder ein Rucksack der sich als Zweitrucksack auf Tour eignet. Grammjäger schrecken zwar nun etwas hoch, aber gedacht war dieser Rucksack für Trekkingtouren wo man einen deutlich größeren Trekkingrucksack für seine Touren nutzen würde und im Falle eines naheliegenden Gipfels den Cierzo als eigentlichen Alpinrucksack nutzen könnte. Für diesen Einsatzbereich lassen sich die Cierzo Rucksäcke im eigenen Deckelfach verstauen.

Getestet in Schottland wurde dieser leichtgewichtige Rucksack nun im normalen Toureinsatz und nicht als Zweitrucksack. Auffällig ist bereits beim ersten Eindruck, dass dieser Arc’teryx Rucksack äußerst spartanisch konstruiert ist.

Testeindrücke

Vermissen lässt sich bereits beim Packen der Tasche die Möglichkeit Sachen auf der Außenseite zu verstauen. Netztaschen wird man im Trekkingeinsatz immer dann vermissen wenn man im Vorfeld darin seine Trinkflasche, den Brennstoff oder die Tagesverpflegung verstaut hat. Eigentlich bietet der Tourenrucksack auch keine Möglichkeit die Hardshell oder die Regenhose unterwegs außen am Rucksack zu befestigen. Wer jedoch z.B. ein elastisches Band bestellt, für den bietet der Arc’teryx Cierzo 35 bereits eine Mini Daisy Chain zum einfädeln der Kordel. Unter dieser Kordel kann man nun seine Outdoorjacke klemmen oder das nasse Außenzelt vom Inhalt getrennt unterbringen.

Die Schulterträger sind sehr gut gepolstert und wirken deutlich komfortabler als manch ein anderes Modell. Auch wenn es ultralight Schulterträger sind, so bieten die Träger untwegs deutlich spürbaren Komfort. Eine Mini Daisy-Chain kann man auch hier wieder auf beiden Seiten der Schulterträger erkennen. An dieser kann man mit kleinen Mini-Materialkarabiner der Marke Edelrid z.B. sein GPS-Gerät oder eine kleine Packtasche verstauen und so die fehlenden Seitentaschen etwas kompensieren.

Das Material besteht aus 100D Invista HT Mini Ripstop™/ Ripstorm™ mit Silikon- und PU-Beschichtung und 420D Invista Plain Weave (100% Nylon). In beiden Fällen sind es deutlich stabilere Stoffe als man es, wie bereits oben genannt, von einem typischen ultraleichten Rucksack gewohnt ist. Auch wenn der Rucksack nur eine Silikon- und PU-Beschichtung besitzt und man dort wie bei jedem anderen Rucksack auch den Inhalt in wasserdichten Packsäcken verstauen sollte, bietet der Rucksack einen besseren Schutz vor Nässe als andere Tourenrucksäcke ohne Regenhülle.

Bei solchen Rucksäcken kommt es in erster Linie auch auf das Packen der Taschen an, jedoch bietet der Rucksack auch schon allein durch das herausnehmbare Rückenpolster einen guten Tragekomfort. Aufpassen sollte man jedoch darauf, dass der Inhalt zum Rücken hin gut ausgestopft ist und man so einen geraden Rücken hat. Ist der Inhalt eher krumm und geknickt verstaut kann das Tragen des Rucksack auch sehr unangenehm werden. In Schottland waren wir mit diesem Arc’teryx Rucksack jedoch sehr zufrieden auf unserer Mehrtagestour in den schottischen Highlands.

Fazit

Wer Abstriche bei den Taschen machen kann und eher Wert auf das Gewicht von 558 g legt, der ist mit diesem Rucksack sehr zufrieden. Fehlende Seitentaschen am Arc’teryx Cierzo 35 kann man sich mit etwas Geschick auch selber entwerfen, diese lassen sich über den Nylon Hüftgurt ziehen und bieten so dann doch noch etwas Platz außerhalb des Hauptfach.

Im Deckelfach bietet sich reichlich Platz für Kleinkram und Gegegnstände die man stets griffbereit haben mag. Den Haustürschlüssel kann man an einem separaten Clip befestigen und hat so eine Sorge weniger auf Tour.

Auf unseren Touren hat sich der Rucksack von seiner besten Seite gezeigt und keine Schwächen in der Verarbeitung bzw. in den Materialien offenbart. Vermisst hat man jedoch auf Dauer die fehlenden Taschen an der Seite, diese sind aber wohl zugunsten der recht alpinen Ausrichtung der Marke weggefallen, wodurch der Rucksack dann doch mehr dem aufgeräumten Alpinrucksack gleicht und weniger einem Trekking- bzw. Tourenrucksack entspricht. Schade, ansonsten wäre der Rucksack für uns ganz klar eine Empfehlung für leichtgewichtige Wanderer.

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Exped SynMat UL 7 – Ultraleichte Isomatte mit Kunstfaserfüllung im Test

Wie man sich bettet, so liegt man… Man kann sich natürlich ausschließlich mit seiner Outdoorbekleidung für Touren beschäftigen und dort die Meinung vertreten, dass man diese auf Tour weit häufiger als einen Ausrüstungsartikel nutzen wird. Wer jedoch auch die Ausrüstung vernachlässigt und sich für das Nachtlager keine vernünftige Kombination aus Isomatte und Schlafsack besorgt, der wird die nächste Etappe weit weniger entspannt leisten können. Auf unseren Touren in Schottland haben wir eine Isomatte der Marke Exped als Schlafunterlage getestet und so weit schon einmal verraten, haben wir in den Highlands sehr gut gelegen.

Exped SynMat UL 7

Beginnen wir mal beim gewöhnlichen Tagesablauf und da verbringt eine Isomatte wohl die überwiegende Zeit im Rucksack. Das Packmaß dieser Luftmatratze ist jedoch nahezu verschwindend gering und so lässt sich die Isomatte in wohl jeden noch so voll gepackten Trekkingrucksack mühelos verstauen. Wir hatten zuvor schon Matten der Marken Therm-a-Rest und Artiach auf Tour getestet und können so die Form ganz gut vergleichen. Exped wählt hier eher die schlanke, aber höhere Variante. Ohne die Matte nun selber bereits in den Händen zu halten, kann sich jeder mal den Rucksack vollstopfen und versuchen einen Knirps seitlich in das Hauptfach zu stopfen. Im direkten Vergleich könnte man nun eine Dose Ravioli ebenfalls seitlich in den Rucksack stecken. Die Verdrängung ist wesentlich höher, gibt aber jedoch einen guten Eindruck davon wie das Verhältnis von Exped SynMat UL7 bezogen auf eine Therm-a-Rest NeoAir bzw. Artiach Skin Micro Lite wäre.Das Gewicht von unter 400 g für die „S“ Variante ist ohnehin keine Rede mehr wert und bietet sich an für Gramm-orientierte Wanderer die auf ihren Trekkingtouren eher das Leichtgewichtswandern bevorzugen.

Am späten Nachmittag oder Abend das Etappenziel erreicht, geht es nun ans Aufblasen der Isomatte. Premiere ist hierbei im Vergleich zu anderen Herstellern und somit Isomatten, dass Exped zwei statt ein Ventil für die Isomatten nutzt. Klassische Flachventile sorgen dafür, dass immer nur ein Weg funktioniert. Entweder man bläst die Luft hinein oder nutzt das andere Ventil und lässt die Luft heraus. Es ist zwar etwas schwieriger die Luft im ersten Moment hinein zu blasen, es ist aber als Gesamtaufwand betrachtet eher unbedeutend. Die klassische Einventil-Isomatte hatte so z.B. zum Ende hin den Nachteil, dass man gegen die ausströmende Luft erst noch gegen pusten musste, damit man die Matte auch stramm gefüllt hat. Bei der Exped Isomatte ist dies nun erst mal verdreht, erst einmal die „Rücklaufklappe“ überwinden und dann entspannt weiter pusten.

Binnen sehr kurzer Zeit ist auch diese Isomatte aufgeblasen und die Wortwahl verrät bereits, dass es sich hierbei um keine Matte mit integrierter Pumpe handelt. „Schwarz vor Augen“ muss man aber auch nicht fürchten, denn es fordert keine großen Anstrengungen oder Zeit diese Matte für das Nachtlager zu füllen.

Während der Nacht liegt man komfortabel in allen Richtungen. Nach unten hin sorgen 7 cm für einen sehr angenehmen Schlaf und eine Breite von 52 cm in Kombination mit 8 Luftkammern bietet genügend Platz und sehr ruhige Schlafbedingungen. Luftmatratzen mit weniger Kammern neigen oft dazu, dass man bei Bewegungen gern durchgeschaukelt wird. Wenn man in der Nacht einen unruhigen Schlaf haben sollte, so kann man durch dieses Schaukeln auch wieder komplett wach werden. Die Exped Isomatte verhielt sich jedoch vorbildlich. Egal ob man nun nach rechts, nach links oder sonst irgendeine Bewegung gemacht hat, die Matte blieb starr und bereitete geruhsame Nächte.

Am Morgen bietet das Flachventil für das Luftablasen den gleichen Komfort wie das andere Ventil den Abend zuvor. Die ultraleichte Isomatte entleert sich binnen Sekunden bzw. wenigen Minuten und lässt sich wieder in dem kleinen Packsack verstauen.

Fazit

Wer eine wahrlich leichte Dreijahreszeiten-Isomatte sucht und dabei auf Komfort nicht verzichten mag, der ist mit der Exped SynMat UL 7 sehr gut beraten. Bei einer Körpergröße von 1,90 m wäre auch die Größe „S“ interessant, wenn das Gewicht der Isomatte im Fokus steht. In diesem Fall läg zwar nicht der komplette Körper auf der Matte, wäre jedoch noch zu verschmerzen, erst recht wenn man auf dem Bauch schlafen würde.

Eine ausführliche Produktvorstellung findet man wie gewohnt für den Trekkingbereich auf HikingGear wo wir die Exped SynMat UL 7 ausführlich vorgestellt haben.

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