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Osprey Kode – Skitourenrucksack im Test auf Wintertouren

Rucksäcke gibt es wie Sand am Meer und für jede Outdooraktivität auch das passende Modell. Für den Radfahrer gibt es die Bike-Rucksäcke und für die Wintersportler die auf Skier und Schneeschuhen auf Tour gehen auch den dafür konzipierten Wintertourenrucksack.

Auf unseren Wintertouren haben wir ein Modell der Marke Osprey beim Schneeschuhgehen und Wintertrekking getestest. Wer mehrere Tage unterwegs ist und darin nicht nur die normale Ausrüstung sondern auch noch Ausrüstung zur Lawinensicherheit trägt, der braucht ein größeres Modell als z.B. für eine normale Tagestour auf den Schneeschuhen. Wir haben daher uns den Osprey Kode 38 als interessantes Testobjekt ausgesucht und testeten ihn nun im Praxiseinsatz. Ausführlich vorgestellt haben wir den Osprey Kode im vergangenen September bereits auf HikingGear, dort haben wir den Skitourenrucksack im jungfräulichen Zustand präsentiert.

Testeindrücke

Beginnen wir mal bei dem Volumen, wo der Osprey Rucksack mit seinen fast 40 Liter reichlich Platz für ausgedehnte Mehrtagestouren bietet und das Tragegestell des Rucksack diese Last auch gut kompensiert. Wer den Rucksack Zuhause in Ruhe auf dem Boden oder auf dem Bett packt, meist im Sommer auf Tour gewesen ist, der wird erst auf einer Wintertour den großen Zugang zum Hauptfach zu schätzen wissen. Den Rucksack auf der Vorderseite abgelegt, den langen RV beginnend beim Hüftgurt, um die Schultern und hinab zum anderen Hüfgurt gezogen, hat man direkten Zugriff auf das Hauptfach bei dem der Rucksack selber im gepackten Zustand wie eine Wanne fungiert und so den Schnee vorm Eindringen ins Hauptfach hindert. Wer auf Tour folglich etwas aus dem Hauptfach kramen muss, der kann wie gewohnt die Toploader-Öffnung nehmen oder deutlich Zeit sparen und die Backpanel-Öffnung verwenden.

Auf Netzgwebe und dergleichen hat man bei Osprey wohl bewußt verzichtet, denn ohne Zweifel würde dies gern bei Touren im Schnee und Eis vollsitzen, stattdessen hat man die Rückenpartie in einem festen Schaumstoff mit glatter Oberfläche wo kein Eis oder Schneeflocken sich festsetzen können. Einmal kurz mit Handschuh abgerieben und der Schnee ist weg. Bei einem Netzgewebe hätte man den Schnee erst reicht in die Perforierung eingerieben.

Das Handling ist auf Tour erstklassig gewesen, denn die häufigsten Handbewegungen, wichtigsten Taschen und Öffnungen lassen sich bequem mit dicken Handschuhen meistern. Osprey bietet z.B. für die einfache Bedienbarkeit verstärkte Schlaufen an den RV-Zipper an, so dass man diese zum einen besser greifen kann, aber auch um darin mit einem Finger im Handschuh leichter hinein zu gleiten.

Die Taschenanzahl selber ist sehr umfangreich, jedoch nicht zu dekadent, als dass man auf die ein oder andere Tasche irgendwann verzichten mag. Der Ordnungsaspekt, als auch der Komfort auf Tour steht klar im Vordergrund, denn durch die Taschen am Hüftgurt oder auch durch die verschiedenen Fächer und Deckeltaschen kann man seine Ausrüstung sinnvoller verstauen. Für die Elektronik bot der Osprey Kode so z.B. extra ein Fach in der Deckeltasche in der diese vor der Kälte und somit dem Tod jeder Energiequelle geschützt wird. Wer im Winter schon mal etwas verloren hat, der wird selber auch bestätigen können, wie schnell Kleinkram im Schnee verschüttet und direkt vergraben werden kann. Gerade so Kleinigkeiten lassen sich im Rucksack gut in den Netz-, Hüft- und Deckeltaschen verstauen, für den Haus oder Autoschlüssel gibt es sogar extra einen Keyholder.

Als sehr gut erweist sich im Winter die Isolierung des Trinksystem. Der Rucksack bietet nicht nur eine Öffnung als Vorbereitung für das Trinksystem, sondern bietet zugleich auch noch einen eigenen Kanal im Schultergurt, der wiederum vor Kälte ausreichend isoliert ist. Auf Tour muss man lediglich einen RV öffnen und kann sich das Mundstück aus dem Schulterträger ziehen. Neben dem separaten Fach für die Lawinensicherheitsausrüstung ein weiteres Detail, welches man nur bei einen Rucksack für Wintertouren entdecken kann.

Neben den Verstaumöglichkeiten innen gibt es beim Kode 38 aber auch zahlreiche Verstaumöglichkeiten außen. Auf unseren Touren waren wir überwiegend mit Schneeschuhen unterwegs, wer diese während der An- und Abreise transportieren musste, konnte die Schneeschuhe mit den Zacken weg vom Kode durch die beiden Spanngurte ordentlich verstauen. Zu voll sollte der Rucksack im Test mit MSR Schneeschuhen jedoch nicht sein, zu leer im Umkehrschluss jedoch auch nicht. Entweder stößt man mit den Spanngurten hinsichtlich der Länge an seine Grenzen oder der Rucksack bietet im fast leeren Zustand zu wenig Gegendruck für die Schneeschuhe. Da man die Schneeschuhe jedoch in der Regel am Fuß und weniger am Rucksack haben wird, wäre dies wahrlich zu verschmerzen.

Fazit

Der Osprey Kode macht einen sehr guten Eindruck. 41 Liter in der von uns gewählten Länge und ein Gewicht von 1650 g entspricht zwar keinem ultraleichten Rucksack bei dem der Maßstab eines Rucksack für den Ganzjahreseinsatz angelegt ist, wer jedoch im Winter auf Tour ist wird hier das Modell gerade wegen seinen vielen Details lieben. Die „Wannenkonstruktion“, die Verstaumöglichkeiten für Schneeschuhe und Skier, die isolierte Trinksystemführung am Schultergurt und das gute witterungsresistente Tragesystem machen diesen Rucksack für uns zu einer Empfehlung für Wintertouren.

1 Comment
  1. Reply Rüdiger 25. April 2014 at 18:39

    Danke für Euren Testbericht – wir haben auch den Osprey Kode 42 getestet. Schaut mal rein: https://ich-liebe-berge.ch/WordPress/2014/04/test-winterrucksack-osprey-kode-42/

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